Einfache Anfrage Velostation Frauenfeld: Links-ideologisches Wunschdenken

18 Nov

Der Stadtrat hat meine einfache Anfrage bezüglich Velostation Frauenfeld beantwortet. Die Antwort hier als PDF. Eine kurze, erste Beurteilung: Die Antworten haben einerseits Befürchtungen bestätigt, andererseits unbefriedigende Antworten geliefert. Wenn die Ausgaben auf die abgestellten Velos heruntergebrochen werden, kann von einem sinnvollen Verhältnis Kosten / Nutzen nicht mehr die Rede sein. Es handelt sich um eine regelrecht „Überförderung“ des Veloverkehrs.

Frage 1: Benutzerzahlen
Die Zahlen sind extrem tief. Bereits in der Fragestunde vom 12. November 2011 hat Stadtrat Müller auf meine Frage geantwortet, dass die Verkäufe auf einem „tiefen Niveau“ seien. Jedoch hat er auch gesagt: „Die Tendenz ist aber steigend“. Davon kann ich nichts sehen. Die Verkäufe haben sich auf dem tiefen Niveau eingependelt, ohne Aussicht auf Besserung.

Frage 2: Kosten
Die laufenden Kosten mit Fr. 2’500.- entsprechen meinen Erwartungen. Jedoch fehlen mir klare Aussagen zu den Kosten der Wegweiser und neu aufgestellten Hinweistafeln. Also Kosten für Marketing neben der Plakatkampagne. Die scheinbar zurückgestellten Massnahmen wurden meines Wissens bereits realisiert.

Frage 3: Abbruch der Übung
Der Stadtrat scheint keinen Plan zu haben, wie es mit dem Provisorium weitergeht. Wenn darüber sinniert wird, im Rahmen der Arealentwicklung Stadtkaserne die Velostation zu integrieren, besteht die Gefahr, dass wieder der selbe Fehler wie bei diesem Provisorium gemacht wird. Und zwar, dass die Station zu weit weg vom Bahnhof und darum an unattraktiver Lage, weit weg von den Bedürfnissen der Benutzer, gebaut wird.

Frage 4: Kompensation der Einnnahmeausfälle
Ein Blick auf den Mätteliparkplatz zu verschiedenen Zeiten zeigt, dass dieser sehr gut ausgelastet ist. Es hat vielleicht vereinzelt freie Parkplätze, aber der Suchverkehr ist doch beträchtlich. Ich bin sicher, dass zusätzliche Parkplätze anstatt der Velostation zu einer Verbesserung der Parkplatzsituation beitragen und zusätzliche Einnahmen generieren würden.
Die Berechnungen des Stadtrates sind abenteuerlich. Die sich zuspitzende Situation bei den Parkplätzen und dadurch höhere Auslastung wird dazu verwendet, um den Einnahmeausfall durch die Velostation kleinzureden, indem mit einer „Gesamtsicht“ argumentiert wird.

Frage 5: Weitere Massnahmen
Es werden weitere geplante Massnahmen aufgelistet, mit denen weitere Steuergelder für dieses erfolglose Projekt ausgegeben werden sollen. Es ist kein Konzept ersichtlich und keine einleuchtende Begründung, warum diese Massnahmen nun zu einer Verbesserung der Situation (höhere Auslastung) beitragen sollen. Da keine Beträge genannt sind, werden diese wohl in der Budgetdebatte ein Thema sein. Obwohl die Beschriftung meines Erachtens bereits erstellt wurde, wurden diese Kosten bei Frage 2 nicht ausgeführt.

Schlussfolgerung
Ich sehe nicht, wie der eingeschlagene, auf mich konzeptlos wirkende Weg zu einer besseren Auslastung führen soll. Die Station entspricht offensichtlich nicht einem Bedürfnis und sollte wieder für Parkplätze zur Verfügung stehen. Der Abbau der Parkplätze in Bahnhofsnähe ist ein Sündenfall zu Lasten von Wirtschaft und Gewerbe.

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