Wahlen11: Wie Politiker Facebook nutzen (können)

6 Mai

Da mich das Thema Wahlkampf im Internet schon seit langer Zeit beschäftigt, habe ich mich dazu entschlossen, einige Blog-Beiträge zum Thema zu verfassen. In der ersten Beitragsserie geht es um Facebook. Heute um den Aspekt, wie Politiker Facebook nutzen bzw. nutzen sollten (für Anfänger, ja). In nächster Zeit werde ich weitere Themen aufgreifen.

Die 3-4 weiteren Themen sind schon in etwa geplant. Keine Versprechen, sondern nur Ideen:
– Schwerpunkt einer Facebook-Seite: Qualität oder Quantität?
– Wir bewirbt man eine Facebook-Seite?
– Wie benennt man eine Facebook-Seite sinnvoll?
– Verschiedene Case studies

Zwei Konzepte oder Konzeptlosigkeit
Es gibt sie, die Politiker mit den tausenden von Freunden. Sie akzeptieren wahrscheinlich jede Freundschaftsanfrage und bauen sich so ihr Unterstützernetzwerk auf. Das ist eine häufig gesehene Variante, aber nicht im Sinne des persönlichen Profils. Die zweite Sorte Politiker arbeitet mit Facebook-Seiten. Natürlich gibt es auch die Leute, die (konzeptlos) ein wenig alles machen.

Facebook-Profile
Profile sind ausschliesslich für natürliche Personen gedacht. Weder das CVP-Maskottchen noch die SVP St. Gallen noch die Wahlkampfleitung der Jungfreisinnigen ist eine Person. Sie alle verletzen die Facebook-Richtlinien und zeigen: sie bräuchten Hilfe bzw. eine Facebook-Seite.  Sie leben mit dem Risko, dass jemand zu recht den Link „Diese Person melden/blockieren“ anklickt.

Politiker müssen ihren Umgang mit dem persönlichen Profil selbst definieren. Meines Erachtens sollten nur Freunde sein, wer einen minimalen Kontakt miteinander hatte. Allein die selbe Partei oder politische Einstellung reicht dafür nicht aus. Da die Anzahl Freunde auf 5000 beschränkt ist, stösst man hier auch irgendwann einmal an ein Limit. Zudem nützen zuviele Freunde auch nichts. Nachrichten senden an mehrere Empfänger ist sowieso tabu. Und in den News-Stream der User schreiben kann man auch als Facebook-Seite. Personen mit zuvielen Freunden sind mir suspekt – sie haben aus meiner Sicht das Medium nicht begriffen. Zudem kann es auch heikel werden, mit jedem und jeder direkt in Verbindung gebracht zu werden.

Facebook-Seiten
Die Unterstützer, die der Politiker nicht persönlich kennt, sollten ihn auf seiner Facebook-Seite mit einem „Gefällt-mir“ unterstützen. Alle Freundschaftsanfragen von unbekannten Leuten könnte man mit dem Verweis auf die Facebook-Seite beantworten. Das bedingt natürlich, dass man die Seite auch pflegt, gelegentlich Informationen darüber verbreitet und bereit für den Dialog ist. Nur so hält man sein Unterstützer-Netzwerk bei Stange. Besonders politische Informationen und Wissen sollte über die Seite – dem persönlichen Stammtisch des Politikers – verbreitet werden.

Facebook-Gruppen
Wann machen Gruppen Sinn? Sie können für die interne Organisation verwendet werden. Wir haben bei der SVP Thurgau aus den alten Beginner-Zeiten noch eine Gruppe. Diese habe ich kürzlich umbenannt. Darin sind noch einige Leute, die ich schnell mobilisieren kann, wenn es Seiten zu liken gibt oder ich eimal einen Grundstock an treuen Leuten brauche, um etwas zu pushen und zu verbreiten. Die Anzahl Leute ist überblickbar und ich kenne die meisten persönlich. Bei den Facebook-Gruppen ist das prominenteste (schlechte) Beispiel leider die SVP Schweiz, die auf ihrer Startseite immer noch eine alte Gruppe promoted. Der Rat wäre, sich schleunigst um eine populäre Facebook-Seite zu kümmern und diese selbst zu administrieren.

Schlussfolgerung
Ich bin der Meinung, dass ein Politiker ein persönliches Profil und eine (politische) Seite benötigt. Als Partei, Organisation oder Kampagnen-Leitung kann eine Gruppe Sinn machen, um den innersten Zirkel wirksam anschreiben und sich organisieren zu können. Für virale Geschichten und öffentlichkeitswirksame Sachen taugen Gruppen nichts. Da braucht es eine Facebook-Seite.

One Reply to “Wahlen11: Wie Politiker Facebook nutzen (können)”

  1. Pingback: Wahlen11: Titelwahl der Facebook-Seite | konsequenz.ch

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