Steuersünder öffentlich machen?

16 Jun

Diese Frage wurde mir diese Woche von der Ostschweiz am Sonntag gestellt. Der Text wurde etwas umformuliert, wordurch ich ihn hier so veröffentliche, wie ich ihn eingereicht habe.

Das Thema lautete: „Sollen Namen von Steuersündern öffentlich gemacht werden wie in Egerkingen – Ja oder Nein?“

Die widerrechtliche Veröffentlichung von Steuersündern durch eine Gemeindepräsidentin ist ein weiteres Beispiel für die zunehmende Verluderung unseres Rechtsstaates. Mit schlechtem Beispiel voran gegangen ist unsere Finanzministerin Widmer-Schlumpf. Und zwar mit ihrer Meinung, dass wir unser Recht unter fadenscheiniger Argumentation temporär ausser Kraft setzen dürfen (USA-Abkommen). Wenn nun Politiker nach eigenem Gutdünken Gesetze brechen handeln sie vielleicht in guter Absicht, aber in ähnlicher Wilwest-Manier wie Widmer-Schlumpf. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich nehme wirklich keine Steuersünder in Schutz. Deren Schulden sollen auf gerichtlichem Weg mit aller Konsequenz eingetrieben werden. Dafür haben wir hinreichend Möglichkeiten zur Verfügung. Die beste Bekämpfung von Steuersündern besteht jedoch immer noch darin, mit einer moderaten Steuerbelastung, einem zuverlässigen Rechtsstaat und unserem weltweit einzigartigen Vertrauensverhältnis Bürger-Staat die Akzeptanz für das Bezahlen der Steuerrechnung zu gewährleisten. Solche Tabubrüche sind dafür nicht gerade förderlich.

Hier der ganze Artikel:

steuersuender_pranger

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